Schwierige Gespräche erfolgreich führen

Home/Führungskräfte Coaching Skills, Kommunikation/Schwierige Gespräche erfolgreich führen
  • schwierige Gespräche

Schwierige Gespräche erfolgreich führen

Schwierige Gespräche? So bereiten Sie sich vor

“Wir müssen reden” – dieser Stehsatz dient in Filmen und Büchern oft als launige Einleitung für ungeliebte Beziehungsgespräche. Meist spricht ihn die Frau aus, der Mann reißt erschrocken die Augen auf und die Zuschauer wissen: jetzt wird’s ernst. schwierige gespräche

“Wir müssen reden” deutet darauf hin, dass der eine etwas sagen möchte, was dem anderen nicht passen wird. Etwas, das ihm gegen den Strich geht, ihn traurig oder wütend machen könnte. Widerstand ist zu erwarten. Jetzt kommt es darauf an, wie wir diesem Widerstand begegnen werden. schwierige gespräche

Ein Gesprächsangebot ist ein Geschenk

Vorab möchte ich sagen: eigentlich sollten wir jedem Menschen, der sich die Mühe macht und den Mut aufbringt uns mit unangenehmen Wahrheiten zu konfrontieren, dankbar sein. Wir dürfen davon ausgehen, dass es sich niemand zum lustigen Hobby macht, schwierige Gespräch zu initiieren. Nein, da hat sich jemand Gedanken gemacht, ein Problem erkannt und möchte eine Lösung finden. Für den Empfänger und die Empfängerin ist es also empfehlenswert einfach tief durchzuatmen und im Vertrauen auf die besten Absichten des anderen erstmal nur zuzuhören. schwierige gespräche

Investieren Sie in eine gute Vorbereitung

Wie das Gesprächsangebot angenommen wird und ob der Verlauf gelingt, das hat vor allem der Initiator in der Hand. Mit einer guten Vorbereitung setzen Sie die Voraussetzungen für ein erfolgreiches schwieriges Gespräch. schwierige gespräche

Wieso schwierig?

Fragen Sie sich zunächst, warum Sie der Ansicht sind, das Gespräch könnte schwierig werden. Gehen Sie der Sache wirklich auf den Grund. Damit versetzen Sie sich empathisch in den anderen. Es kann nicht oft genug betont werden: ohne Empathie werden Sie keinen langfristigen Erfolg haben. Vielleicht verlassen Sie den Ring siegreich. Aber genau dieser Kampfgedanke widerspricht dem partnerschaftlichen Ansatz, der für einen langfristigen Erfolg unabdingbar ist.

Stellen Sie sich also folgende Fragen:

  • welche wunde Stelle könnte ich treffen?
  • warum ist das eine wunde Stelle?
  • bin ich wirklich die richtige Person, um dieses Thema anzusprechen?
  • mit welcher Reaktion rechne ich? (Abwehr, Aggression, Rückzug, Verteidigung, Entschuldigungen, Ausreden)

Warum?

Überlegen Sie sich sehr genau, warum Sie das Gespräch suchen möchten. Wenn es Ihnen darum geht, besser auszusteigen als der andere, Recht zu haben oder Ihre Position durchzusetzen, verzichten Sie besser. Seien Sie also ganz ehrlich zu sich selbst. Nur wenn Sie das Beste für sich, Ihr Gegenüber und (falls betroffen) Ihr Team im Sinn haben, ist es sinnvoll, um ein Gespräch zu bitten.

Wenn es im Kern nicht um Ihr Ego geht, werden Sie feststellen, dass Sie empathischer formulieren können. Auf diesem Weg machen Sie es auch Ihrem Gesprächspartner leichter, offen zuzuhörenschwierige gespräche

Sprache

Mit ein paar einfachen Regeln, können Sie die Fallen einer aggressiven Sprache umgehen. Es wird sicher Situationen geben, in denen Sie die Geduld verlieren oder denken, der Holzhammer wäre jetzt genau das Richtige. Seien Sie sicher: der Holzhammer ist nie das Richtige. Er dient lediglich Ihrem Frustrationsabbau. Blieben Sie also wachsam und vermeiden Sie:

  • Verallgemeinerungen: “Sie vergessen immer….”
  • Anschuldigungen: “Das letzte Meeting war wegen Ihrer Präsentation völlig sinnlos”
  • Vermutungen: “Wahrscheinlich nehmen Sie das nicht ernst genug”.
  • Abwertungen: Dazu gehört auch, den anderen nicht ernst zu nehmen

Zeigen Sie Ihrem Gegenüber klar, dass Sie nicht im Kampfmodus sind. Das können Sie z.B. tun, in dem Sie signalisieren, dass Sie besorgt sind. Formulieren Sie deshalb nur, was Sie beobachten. Anschließend können Sie sagen, was das selbst in Ihnen auslöst:

  • “Ich bemerke in der letzte Zeit, dass Sie für Ihre Aufgaben länger brauchen als sonst. Das wundert mich.”
  • “Sie wirken sehr erschöpft seit einiger Zeit. Das macht mir Sorgen.”
  • “Ihre Kollegen erzählen mir schon länger, dass Sie Deadlines oft ignorieren. Sie können dann selbst ihre Arbeit nicht erledigen. Ich bemerke, dass die Stimmung darunter bereits leidet.”

Rechnen Sie damit, dass Ihre Beobachtungen für Ihren Gesprächspartner völlig neu und unerwartet ist. Er oder sie braucht eventuell Zeit, um nachzuvollziehen, worum es Ihnen geht. Dabei kann Ihnen folgende Regel helfen:

Wenn der Empfänger etwas nicht versteht,

hat der Sender noch nicht die richtige Sprache gefunden.

Also suchen Sie den Grund bei sich (“Vielleicht habe ich mich nicht richtig ausgedrückt”). Fragen Sie nach und formulieren Sie dann neu. schwierige gespräche

Seien Sie gewappnet

Auch wenn Ihr Gesprächspartner nicht gänzlich unvorbereitet sein wird – er oder sie wird zumindest ahnen, dass es sich um ein unangenehmes Gespräch handeln wird – sollten Sie mit einer Reihe von Abwehrreaktionen rechnen (in der Vorbereitung haben Sie sich ja schon Gedanken darüber gemacht). Wenn wir uns wehren, wollen wir einfach nur unsere Integrität schützen. Was Ihr Gegenüber jetzt braucht, ist Sicherheit. Zeigen Sie also unmißverständlich, dass Sie die Integrität des anderen voll und ganz respektieren.

Sie brauchen nicht für jede Reaktion –  von Wut über Rückzug – eine eigene Strategie. Wenn Sie feststellen, das Gespräch entgleitet, oder Ihr Gegenüber beginnt sich mit allen Mitteln zu wehren, brauchen Sie sich eigentlich nur eines zu merken: Sprechen Sie aus, was Sie wahrnehmen (“Ich merke, Sie werden wütend.” “Ich habe das Gefühl, Sie würden jetzt am liebsten aufstehen und gehen”). In dem Sie so spiegeln zeigen Sie, dass Sie den anderen wahrnehmen. Ein weiterer Vorteil: Sie gewinnen Zeit und kommen nicht in Versuchung, vielleicht doch zum Holzhammer zu greifen. schwierige gespräche

 

Göran Askeljung

Prof. (op) Göran Askeljung, BcEE – ist Geschäftsführer und Senior Trainer bei Askeljung Associates und immediate effects Ltd., Certified Facilitator und Partner von Consensus in NY, und Leitet Consensus Österreich und Deutschland. Er ist Vorstandsmitglied in der Schwedischen Handelskammer in Österreich und Mitglied des Beirats von WdF. Er war früher u.a. als Managing Director von Microsoft MSN in Österreich und Geschäftsbereichsleiter von Ericsson Data CEE in Wien tätig.

Google+ Skype Xing   

Kommentar hinterlassen