Gutes Fehlermanagement – das bringt es

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Gutes Fehlermanagement – das bringt es

Fehlermanagement: Umdenken lohnt sich

Es gibt kein Tun ohne Fehler. Ich weiß, ich habe den letzten Artikel mit genau den gleichen Worten begonnen. Aber man kann das nicht oft genug betonen. Denn die Furcht davor etwas falsch zu machen, steckt sehr tief in uns. Nicht nur im Umgang mit Kollegen und Mitarbeitern ist es wichtig, sich immer wieder vor Augen zu führen: die einzige Art Fehlentscheidungen völlig zu vermeiden, ist gar keine Entscheidungen zu treffen.

Der wichtigste Punkt beim Umdenken ist der Umgang mit den Fehlern, die wir selbst machen. Erst wenn wir gelernt haben, uns selbst zu verzeihen, können wir auch die Fehler anderer akzeptieren und konstruktiv an einer Lösung arbeiten.

Einen Nutzen aus dem Unvermeidbaren ziehen

Wer überhaupt ein strategisches Fehlermanagement einführt, der gibt zu, dass Fehler passieren werden und dürfen. Das ist schon ein großer Schritt für viele. Was noch viel wichtiger ist: ein einheitliches Fehlermanagement definiert, was DANACH passiert. Fehlentscheidungen werden also analysiert mit dem Ziel, für die Zukunft daraus zu lernen. So wird ein Fehler aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet: er dient als Werkzeug zur Weiterentwicklung. Dafür muss er natürlich ohne Schuldzuweisung und Bewertung betrachtet werden. Wie das gelingen kann, habe ich in meinem letzten Beitrag zu dem Thema beschrieben.

Gute Mitarbeiter bleiben

In Unternehmen, die stark auf Fehlervermeidung ausgerichtet sind, herrscht unter den Mitarbeitern natürlich Angst vor Fehlern. Zudem gerät ein Team schnell in den Strudel der Schuldzweisungen und niemand möchte mehr gerne Verantwortung übernehmen. Der Innovationsgeist wird gebremst und Ihre Top-Leute bleiben unter ihrem Potential. Im schlimmsten Fall verlieren Sie sie an ein anderes Unternehmen. Verwechseln Sie aber bitte ein positives Fehlermanagement nicht mit dem Ignorieren von Fehlleistungen! Wenn Sie merken, etwas ist schief gelaufen, muss es auch benannt werden. Danach ist ein konstruktives Gespräch unumgänglich.

Vertrauen wächst durch strategisches Fehlermanagement

In einem Arbeitsumfeld, in dem man offen zu seinen Fehlern stehen kann, wächst zwangsläufig das Vertrauen:

  • Mitarbeiter vertrauen ihren Vorgesetzten, weil sie wissen, es wird angemessen mit ihren Fehlern umgegangen.
  • Vorgesetzte vertrauen ihren Mitarbeitern. Sie müssen nicht befürchten, dass Fehler vertuscht werden und unabsehbare Folgen entwickeln.
  • Die Teammitglieder vertrauen sich, weil sie wissen: jeder übernimmt die Verantwortung für sein Tun und sie sind vor Schuldzuweisungen sicher.

Klingt das nicht sehr erstrebenswert? Ein vertrauensvoller Umgang hat noch einen weiteren großen Vorteil: Informationen und Wissen werden geteilt, weil das Bedürfnis, etwas für das gemeinsame Ziel zu leisten größer ist, als sich durch einen Wissensvorsprung einen persönlichen Vorteil zu verschaffen.

Im Kleinen für das Große üben

Vielleicht haben Sie schon die ganze Zeit beim Lesen gedacht, dass man doch schwerwiegende Fehler ganz anders behandeln muss, als kleine Lässlichkeiten. Kann man die nicht vielleicht doch wie gewohnt handhaben?

Mit dieser Einstellung vergeben Sie wervolle Praxis. Behandlen Sie alle Fehler gleich, dann üben Sie den Umgang schon für größere, unvorhersehbare Ereignisse. Sie und Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können ihr Fehlerradar schärfen und dann im Fall des Falles früher, geübter und effizienter agieren. Warten Sie also am Besten nicht auf ein besonders schönes Fehlerexemplar zum Einsteigen. Legen Sie gleich los.

Sparen Sie Zeit und Energie

Es hat noch niemand gemessen, wieviel Zeit und Energie in Unternehmen vergeudet wird, weil Fehler verheimlicht, zermürbende Schulddiskussionen geführt und bittere E-Mails verfasst werden. Noch dazu wird viel Zeit darauf verwendet, sich ja nach allen Seiten abzusichern, Rücksprachen zu halten und Unmengen an Vermerken zu verfassen und Schriftverkehr abzulegen. Wenn der Sinn dieser Aktionen ausschließlich in der Angst vor Fehlern und Schuldzuweisungen liegt, sollte der Aufwand grundsätzlich in Frage gestellt werden. Die Zeit kann sicher besser investiert werden.

Offener Blick für Weiterentwicklung

In einem Unternehmen, dass produktiv mit Fehlern umgeht, sind alle eingeladen ihre Arbeitsweise stetig zu überprüfen. Wo kann ich effizienter sein? Wo kann ich mein Team besser unterstützen? In einer angstfreien Umgebung tun wir das aus eigenem Antrieb und mit dem großen Ganzen im Blick. Denn: Grundsätzlich wollen wir uns alle immer weiterentwickeln – außer wir dürfen nicht, weil uns die Angst vor Fehlern lähmt. Fehlende Selbstreflexion führt früher oder später in die Stagnation. Sich auf den eigenen Lorbeeren ausruhen darf schon auch sein – aber bitte nicht zu lange.

Noch mehr Tipps finden Sie hier.

Göran Askeljung

Prof. (op) Göran Askeljung, BcEE – ist Geschäftsführer und Senior Trainer bei Askeljung Associates und immediate effects Ltd., Certified Facilitator und Partner von Consensus in NY, und Leitet Consensus Österreich und Deutschland. Er ist Vorstandsmitglied in der Schwedischen Handelskammer in Österreich und Mitglied des Beirats von WdF. Er war früher u.a. als Managing Director von Microsoft MSN in Österreich und Geschäftsbereichsleiter von Ericsson Data CEE in Wien tätig.

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